„Metamorphose im Feuer“ – Ingeborg Martin und Mandy Rasch

Ausstellungsdauer: 21. März 2019 – 16. Mai 2019

Vernissage am 21. März 2019

Beginn: 19 Uhr

Begrüßung: Elisabeth Ruschel,
1. Vorsitzende der Weimar-Gesellschaft Trier e.V.

Laudatio: Eva-Maria Reuther, Kulturjournalistin

Musikalische Umrahmung: Sakiko Idei, Marimbaphon

STÄDTEPARTNERSCHAFT EINMAL ANDERS

Im Zuge der Städtepartnerschaft Trier-Weimar hat Ingeborg Martin, langjähriges Mitglied der Weimar Gesellschaft Trier, ihre in Form und Farbe klar abgegrenzten, außergewöhnlichen Emailbilder im letzten Jahr in Weimar mit großer Resonanz ausstellen können. Sie tat dies zusammen mit der dortigen jungen, talentierten Goldschmiedin und Designerin Mandy Rasch, die sich ebenfalls der Email verschrieben hat und hieraus extravagante Kunstgegenstände kreiert. Was lag da näher als beide Künstlerinnen ihre faszinierende Emailkunst auch in Trier präsentieren zu lassen.

DIE KUNST

 Schon immer haben Künstler alle zur Verfügung stehenden Materialien für ihre Werke genutzt. Die ersten bekannten Emailarbeiten sind mehr als 3500 Jahre alt und wurden als Grabbeigaben in mykenischen Gräbern auf Zypern gefunden. Im Mittelalter erlebte diese Kunst auch in der Rhein-Maas- und der hiesigen Region eine hohe Blütezeit. Zeugnisse davon geben in Trier die Arbeiten der Egbert-Werkstatt  und u.a. der Andreas-Tragaltar und ein Reliquiar des Hl. Nagels im Domschatz zu Trier.

Emaillieren ist die Kunst, farbiges Glas dauerhaft mit einem Metall (Gold, Silber, Kupfer, Stahl) zu verschmelzen, was nur mit hohenTemperaturen (600-1000°C) möglich ist. Die leuchtenden Farben sind sehr beständig und verlieren selbst nach tausenden Jahren nichts von ihrem Glanz und ihrer Faszination. Nachdem das Material mit seinem unvergleichlichen Farbenspiel so kostbar und wertvoll ist, war diese Kunst vor allem Kirchen, Klöstern und dem Adel vorbehalten, fand später aber auch Eingang in die reichen Bürgerhäuser.

Mit dem industriellen Fortschritt in Technik und Material wurde Email für alle Schichten erschwinglicher und auch für profane Verwendungszwecke entdeckt. Es ist korrosionsbeständig, hygienisch und wetterfest, kurzum das perfekte Material für Technik und Haushalt. Bestimmt findet sich in jedem Haus noch eine Kanne, Schüssel oder ein Becher aus Email. Dann wurde Email für die Werbung und für Schilder entdeckt. Die früheren Werbeschilder (Persil, Singer, Sarotti und viele andere) sind heute begehrte Sammelobjekte.

In der Kunst ist der große Arbeitsaufwand zwar geblieben, aber es gibt inzwischen doch einige technische Erleichterungen für die Arbeit des Emailleurs. Das Besondere am Email ist der Glanz und die Leuchtkraft der Farben. Der Brennvorgang ist immer ein spannender Moment. Der Entwurf bietet nur eine Vorstellung von der endgültigen Arbeit, denn erst wenn das flüssige, glühende Email erkaltet ist, zeigt es seine ganze Schönheit, wobei der gesteuerte Zufall oft die entscheidende Rolle spielt. Auch erfahrene Emailleure können das Resultat nicht immer genau vorhersagen und werden oft überrascht. Zum Emaillieren gehört aber mehr, als nur ein bisschen buntes Pulver auf eine Metallplatte zu streuen und in den Brennofen zu schieben. Es ist viel Wissen und Erfahrung nötig, um ein Kunstwerk zu schaffen. Und jedes Kunstwerk ist ein Unikat, es ist nicht wiederholbar.

Email ist unvergleichlich.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Mo-Do: 09:00-17:00; Fr: 09:00-16:00